Ein großer Raum, viele Köpfe, über denen Ihr Blick wandert. Es hört sich ein bisschen an wie in einem Bienenstock. Sie stehen an der Tür und lassen den Blick schweifen in der Hoffnung, noch einen Sitzplatz zu ergattern und möglichst nicht direkt jemanden vor der Nase zu haben, der größer ist als Sie und Ihnen den Blick auf den Dozenten verwehrt. Sie merken, wie Ihre Motivation sinkt.

Großveranstaltungen sind selten förderlich für das Lernen und sie motivieren wenig, sich mit großem Engagement dem neuen Thema zu widmen. Man kann sich hinter den anderen Teilnehmenden gut verstecken, ein wenig träumen und seinen Gedanken nachhängen, oder aber man ärgert sich. Darüber, dass der Dozent zu leise spricht, dass die Sitznachbarn zu laut sind, husten, mit dem Smartphone spielen oder dem Papier rascheln.

Kurz: Die Lernatmosphäre ist herausfordernd und der Lerneffekt fällt für Sie gering aus.

Hinterher ärgern Sie sich vielleicht sogar, eine solche Lernveranstaltung überhaupt besucht zu haben und verbuchen sie unter „Zeitverschwendung“.

Wie würde es dagegen aussehen, wenn die Lerngruppen sehr viel kleiner, persönlicher und überschaubarer wären? Wenn Sie den Dozenten nicht nur sehen, sondern sogar ins persönliche Gespräch mit ihm kommen könnten?

Es gibt viele Vorteile von kleinen Lernveranstaltungen gegenüber Großveranstaltungen. Dabei geht es um ganzheitliches Lernen. Der Fokus liegt nicht nur auf den zu vermittelnden Inhalten.

In einer überschaubaren Lerngruppe von 4 bis 15 Leute ist Lernen ganz anders möglich. Man lernt nicht nur in der Gruppe als Teilnehmender, sondern auch mit der Gruppe durch Austauschrunden, bei denen jeder die Möglichkeit hat zu Wort zu kommen und wahrgenommen zu werden. Und man lernt durch die Gruppe. Jede Gruppe entwickelt eine einzigartige Gruppendynamik, es gibt keine zwei Gruppen, die gleich sind. Diese Erfahrung macht es möglich, auf ganz natürlichem Wege Rückmeldung zum eigenen Verhalten zu bekommen, ohne extra angeleitete und vielleicht angestrengte Feedbackrunden mitzumachen. Die Gruppe gibt Schutz und Sicherheit, sie ermöglicht Verhaltensänderung und Reflexion und gleichzeitig profitiert ein jeder von dem direkten und persönlichen (Gedanken-)Austausch. Konflikte können meist direkt angesprochen und behoben werden. So werden die sozialen Fähigkeiten neben dem eigentlichen Schulungs- oder Unterrichtsthema ganz automatisch erweitert.

Auch die Beziehung zum Lehrenden ist wesentlich anders geprägt in einer kleinen Lernveranstaltung. Der Lehrende ist nicht nur irgendeine beliebige Person, die als Wissensvermittler fungiert, er oder sie wird nahbar, wird zur Person mit einer eigenen Persönlichkeit, die den zu vermittelnden Stoff auf unnachahmliche Weise präsentiert, bespricht und diskutieren lässt. Die Lehrperson wird selbst zur Erfahrung für den Lernenden.

Der Lernende hat die Möglichkeit individuelle Nachfragen zu stellen und dem Lehrthema seinen eigenen „Stempel“ aufzudrücken, d. h. das Thema so zu bearbeiten, dass es für ihn den größten Nutzen hat und nicht mehr beliebig wird. Der Lernende eignet sich den Lernstoff individuell an, was die intrinsische Motivation steigert und zu mehr Engagement und Lerneifer beiträgt.